Dalwhinnie

Dalwhinnie

Kingussie, ein kleines Dorf mitten im Herzen der schottischen Highlands, im Jahre 1897: Drei Männer, John Grant, Alexander Mackenzie und George Sellar, beschließen im nahegelegenen Dalwhinnie ihre eigene Brennerei zu gründen. Der Name zu diesem Zeitpunkt: Strathspey Distillery. Dem Triumvirat aus Kingussie war jedoch kein Glück beschieden; sie gerieten bald in schwere finanzielle Nöte und sahen sich bereits 1 Jahr nach der Eröffnung ihrer Brennerei gezwungen Strathspey an jeweils zur Hälfte an ihre Konkurrenten A.P. Blyth & Sons und John Sommerville & Co. zu verkaufen. Letztere tauften die Destillerie schließlich auf ihren heutigen Namen: Dalwhinnie – was aus dem Gälischen übersetzt in etwa „Feld des Kriegers (Siegers)“, oder schlicht „Versammlungsplatz“ bedeutet. Nachdem die Brennerei in der Folgezeit mehrmals die Besitzer gewechselt hatte fiel sie 1934 einem Großbrand zum Opfer und musste, zwecks extensiver Wiederaufbau -und Renovierungsarbeiten, mehrere Jahre stillgelegt werden. 1938 wurde die Produktion schließlich wieder aufgenommen. Heute befindet sich Dalwhinnie im Besitz der Diageo plc. Charakterlich präsentiert sich der Dalwhinnie dem Kenner als wunderbar weicher, sinnlich-sanfter und dennoch dezidiert aromatischer Single Malt. 

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Dalwhinnie


Der Name der mit 326 Metern höchstgelegenen schottischen Brennerei Dalwhinnie weist bereits auf ihre gute strategische Lage hin: „Versammlungsort“ bedeutet er. Hier kreuzten sich früher die Wege, auf denen Vieh getrieben und auch Whisky geschmuggelt wurde. Wer die Gegend von Ost nach West durchqueren wollte, der musste durch das Spean-Tal. Die Nord-Südverbindung von der Speyside nach Perth stellte das Spey-Tal dar. Und im Kreuzungspunkt: Dalwhinnie. Inmitten der mächtigen Monadhlaith Mountains, der Grampians und der Cairngorms schmiegt sich der gleichnamige Ort ins Tal hinein. Der Bau der Eisenbahn an diesem so zentralen Punkt steigerte die Bedeutung des Ortes Dalwhinnie und machte die Entscheidung, hier eine Destillerie zu bauen, nachvollziehbar. Nicht weit entfernt vom heutigen Standort der Destillerie baute Prinz Charles Stuart 1745 sein Feldlager auf. Angenehm lagerten sie vermutlich nicht: Der Ort Dalwhinnie ist als kältester Ort Schottlands bekannt und als solcher sogar offiziell ausgezeichnet worden!

Eine bewegte Geschichte

Unter dem Namen Strathspey gründeten John Grant, George Sellar und Alexander MacKenzie mit dem Kapital von 10.000 Pfund hier im Zentrum der Highlands 1897 eine Destillerie. Doch es dauerte nicht lange bis zum wirtschaftlichen Misserfolg und A.P.Blythe & Sons kauften die Brennerei 1888 und benannten sie in Dalwhinnie um. Doch schon nach sieben Jahren mussten auch sie das Handtuch werfen: Durch eine Versteigerung wurden Cook & Bernheimer die neuen Besitzer. Sie waren große amerikanische Destiller und somit die ersten Ausländer im Besitz einer schottischen Destillerie. Während der amerikanischen Prohibition gelangt Dalwhinnie 1919 wieder in schottische Hände zurück und Macdonald Greenlees übernehmen das Ruder. Doch im Zuge von Übernahme müssen sie es weitergeben, 1924 an Distillers Company, 1930 folgen Scottish Malt Distillers.

Eine große Tragödie ist ein Feuer im Jahr 1934, das fast die gesamte Zerstörung der Destillerie zur Folge hat. Nach vier Jahren wird wieder eröffnet – ein schlechter Zeitpunkt, denn der Ausbruch des Weltkrieges bedeutet Weizenknappheit und erneut zweijährige Produktionseinstellung. Doch dann geht es aufwärts. Es wird renoviert und modernisiert. In großem Maße 1986 und dann wieder 1992, ein Jahr nach dem Bau eines großen Besucherzentrums. Stolz erfolgt 1995 eine glanzvolle Wiedereröffnung. Mittlerweile gehört Dalwhinnie durch Zusammenschlüsse zu United Distillers, damit zur großen Diageo-Familie und ist zum Classic Malt aufgestiegen und reiht sich somit zu Single Malts wie Lagavulin 16 Jahre und Talisker 10 Jahre ein.

Würzig und weicher Single Malt

Dalwhinnie ist stolz auf die Qualität seines Wassers und schreibt ihm einen großen Anteil am erstklassigen Geschmack zu: Würzig, mit Honig- und Heidekrautnoten und einer Spur von Zitrus und Torf überzeugt die 15-jährige Classic-Malt-Abfüllung, auch erhältlich im Dalwhinnie Reisetaschenformat. Ein sehr langer süßer, leicht torfiger Nachklang ist dem Dalwhinnie eigen. In der Distillers Edition finden sich durch die zweite Reifung in Sherryfässern viel trockene, süße Aromen von Trauben und Honig. Somit passt diese Edition eigentlich nicht zu dem Flair der Destillerie, die ja bekanntlich die kälteste in ganz Schottland ist. Einzigartig ist hierbei die Wirkung des kalten Winters, der den Whisky mentholartig kühl macht.

Empfehlungen: How to drink

Unserer Meinung nach ist der 15-jährige Dalwhinnie Scotch ein echtes Muss in jedem Whisky Schrank. Die Abfüllung gehört auch zu einer der meistverkauften Classic Malt Schottlands.

Klassische Nosing Gläser eignen sich am besten, um die Noten der Dalwhinnie Whiskies reichhaltig aufzufangen. Sehr zu empfehlen ist ein Glas mit dickem Boden, denn nur so kann man das Glas sicher schwenken ohne das der Whisky durch die Körperwärme zu stark beeinflusst wird.

Da die Whiskies teilweise sehr Komplex sind, eignen sie sich nicht zum mixen. Genießen sie ihren Whisky lieber pur. Es lohnt sich.

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