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Torf - für die etwas andere Geschmacksnote

 

Er ist nicht nur Zündstoff für wärmende Torffeuer, sondern auch für heiße Diskussionen über den Geschmack des Whiskys. Die Zugabe von Torf (peat) ins Feuer, mit dessen Hilfe das Malz nach dem Keimen getrocknet wird, führt zu mehr oder weniger Torfgeschmack im Whisky. Viele Destillerien verwenden überhaupt kein getorftes Malz, andere dagegen richtig starke „Torfhammer“.

 

Naturprodukt mit Charakter

Torfblöcke aufeinander geschichtet

Torf ist ein absolutes Naturprodukt. Er entsteht bei der Verrottung von Moosen, Heidekraut, Gräsern, Binsen und Gras. Je nachdem, wo der Torf entsteht und wie die Vegetation dort zusammengesetzt ist, prägt das seinen Charakter. Torf in Küstennähe nimmt Seetang-, Salz- und Jodaromen mit auf, während in den gebirgigen Highlands Noten von Heidekraut  überwiegen. Pro Jahr wächst Torf schätzungsweise einen bis zehn Millimeter nach, hat also bei einer Tiefe von mehreren Metern viele tausend Jahre Wachstum hinter sich! Ein niedriger ph-Wert begünstigt ebenso wie eine Wassersättigung, durch die ein Luftabschluss entsteht, die sehr langsame Zersetzung. Sticht man Torf tief aus, so kann man an den verschiedenen Schichten verschiedene Verrottungsstadien erkennen. Während in den oberen Schichten noch Pflanzenstrukturen erkennbar sind, wird der Torf dunkler und strukturloser, je tiefer er sich befindet. Torf aus den oberen Schichten bringt deshalb bei der Verbrennung auch eine
leicht andere Geschmacksnuance ins Spiel, wissen manche Whiskykenner zu berichten.

 

Wärmender Brennstoff

Brennender Torfblock

Schon von jeher wird Torf abgebaut und genutzt. In baumarmen Gegenden war es oft der einzige Brennstoff, der zur Verfügung stand. In Streifen herausgestochen und getrocknet, sorgt er für warmes Feuer, aber auch für beißenden Qualm, der die Hütten der armen Bevölkerung durchdrang. Torf hat einen großen Heizwert. Es brennt sehr heiß, aber auch schnell ab. Wenn man heute durch die schottische Landschaft fährt, sieht man hin und wieder immer noch Stellen, an denen Torf privat abgestochen wird, denn einige Schotten haben sich ihre Liebe zu Torffeuern erhalten.

 

Rauch auf der Zunge

Seine Hauptaufgabe erfüllt der Torf aber als Geschmacksgeber für den Whisky. Einige schottische Destillerien, vor allem auf der Insel Islay, sind bekannt für eine kräftige Torfrauch-Note in ihrem Whisky. In Irland war die Whiskyindustrie ganz vom Verwenden von Torf abgekommen und hatte nur reine Kohle verwandt, bis vor kurzem Connemara auch für einen irischen Whiskey das Torfen wieder entdeckte. Je nachdem, wie viel Torf dem Feuer zugesetzt wird, das auf der Darre das gekeimte Getreide trocknet, und wie lange dieser Rauch das Malz beeinflusst, wird das Produkt später mehr oder weniger danach schmecken. Die Rauchigkeit wird ausgedrückt in ppm (Parts per Million). Ungetorfte Whiskys liegen unter einem ppm, leicht getorfte Speysider bei 3 bis 5 ppm, ein Highland Park bei 20 ppm, Laphroaig bei 40 ppm und eine junge Schöpfung von Bruichladdich, der Octomore, bringt es auf gewaltig torfige 80 ppm.

 

Wer mag Torf?

Die einzige Garantie, die Sie in Sachen Geschmack bekommen können ist: Es gibt garantiert keine! In den meisten Fällen sollte man sich langsam an stark getorfte Whiskys „herantrinken“, also als Einsteiger zunächst zu leichteren, ungetorften Whiskys greifen. Wenn Sie Freunde einladen, die Sie mit Whisky begeistern wollen und die bisher noch keinen Kontakt zu Whisky hatten (außer über Whisky-Cola vielleicht), wäre ein Ardbeg nicht unbedingt angeraten. Die übliche Reaktion von Einsteigern auf stark getorften Whisky ist „Brrrrr-schmeckt wie Aschenbecher“. Es gibt natürlich auch Ausnahmen – Manche Neulinge sind sofort begeistert davon. Und es gibt auch genug langjährige Whiskytrinker, denen getorfte Whiskys noch immer ein Graus sind – jeder wie er es liebt!

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