Die Sache mit der korrekten Betitelung einer Spirituose ist gar nicht so einfach. In Europa sollen deshalb EU-Vorschriften mit Kennzeichnungs-Verordnungen für Klarheit sorgen. Doch wie ist es in den USA in Bezug auf Whiskey? Manch einer, der zu einer Flasche amerikanischem Whiskey greift, meint es automatisch mit einem Bourbon zu tun zu haben, aber weit gefehlt: Auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gibt es Gesetze und Vorschriften, die ganz klar Regeln, was sich denn nun eigentlich Bourbon oder Kentucky Bourbon nennen darf.

Grundlage für diese Festlegungen sind die „Federal Standards of Identity for Distilled Spirits“. Darin geht es um Rohstoffe, Herstellung, Lagerung, Benennung , Angaben auf dem Label und andere Standards. Demnach gelten für Bourbon unter anderem folgende Regeln:

  • Bourbon muss aus einer Maische von mindestens 51% und mindestens 79% Mais hergestellt werden.
  • Ergänzend darf nur Gerste, Roggen oder Weizen verarbeitet werden.
  • Gebrannt werden darf nicht höher als bis auf 80% Vol. Alkohol
  • Anschließend muss eine Lagerung in neuen, ausgebrannten Eichefässern erfolgen, die mindestens zwei Jahre dauert. In die Fässer darf der Alkohol nur mit einer Stärke von maximal 62,5% Vol.
  • Es sind keine Zusätze wie beispielsweise Geschmacks- oder Farbstoffe erlaubt.
  • Wird der Bourbon anschließend nicht mehr verschnitten (Blended Bourbon), darf er den Zusatz „Straight“ tragen.
  • Was sich Kentucky Bourbon oder Kentucky Straight Bourbon nennen will, muss in Kentucky hergestellt worden sein.

Und dann ist da noch der Tennessee Whiskey, der entsprechend aus Tennessee kommt, der aber nochmal einem zusätzlichen Filtrationsverfahren unterliegt (Details dazu finden Sie hier in einem früheren Beitrag)