Es ist eine Meldung, die wie ein Lauffeuer durch die internationale Medienwelt lief: Der japanische Whisky Yamazaki Single Malt Sherry Cask 2013 wurde von Jim Murray in der neuesten Ausgabe seiner Whisky Bible zum Whisky des Jahres geadelt. Dass die schottischen Whiskys deklassiert und noch zudem öffentlich vom „Whiskypapst“ als langweilig bezeichnet wurden, wird von vielen als Sensation bezeichnet. Wer allerdings die alljährlichen Bewertungen des Jim Murray schon länger verfolgt, wird das Urteil wohl ein wenig gelassener sehen: Seine Auszeichnungen sind auch in der Vergangenheit oft nicht nachzuvollziehen gewesen. Außerdem war letztes Jahr der Glenmorangie Ealanta Whisky des Jahres – ein Schotte. 2012 war es Old Pulteney 21 - ein Schotte. Und plötzlich gibt es nur noch Langweiler? Ein erstaunlicher Absturz. Aber man mag zu Mr. Murray stehen wie man will – er schafft es immerhin jedes Jahr wieder, den Whisky auch in den Nicht-Spirituosenkreisen ins Gespräch zu bringen. Even bad news is good news….

Nun würden sich viele von uns wohl selbst gerne überzeugen, ob sich Jim Murrays Lob für den Yamazaki Single Malt Sherry 2013 nachvollziehen lässt. Aber das scheint zu normalen Preis wohl nicht möglich zu sein. Aus regulären Shops ist er längst verschwunden und in Auktionshäusern werden dafür gerade Summen verlangt, die selbst stark limitierte Ardbeg-Hype-Abfüllungen in den Schatten stellen. Beam Suntory schreibt in einer Pressemitteilung übrigens selbst: „Der Yamazaki Single Malt Sherry Cask wurde 2013 nur in Europa als Teil der Yamazaki Cask Collection herausgegeben und ist weltweit ausverkauft“. So verzichten wir also auf diesen Genuss und trösten uns damit, dass es ein nächstes Jahr geben wird. Vielleicht wird Jim Murray uns dann vielleicht mit seiner nächsten Überraschung einen Whisky empfehlen, den wir auch mühelos erwerben können.

Bis dahin halten wir uns einfach an den Redbreast 21, der den Titel bester irischer Whiskey errungen hat und zu einem angemessenen Preis erhältlich ist.