Echter, authentischer Whisky wird allerdings nicht kühlgefiltert. Dazu gibt es verschiedene Theorien. Ob tatsächlich ein besserer Geschmack entsteht, wurde noch nicht bewiesen, aber viele Whiskys werden bei den neuesten Abfüllungen nur noch bei normaler Temperatur gefiltert. Einfach auch aus dem Grund, weil es der Kunde so wünscht. Was der Kunde will, bekommt er auch. Wird der Whisky nun kalt oder auf Eis getrunken, kann es zu Eintrübungen kommen. Diesem Problem begegnet man mit einer Erhöhung des Alkoholgehaltes auf mindestens 46 %. Dort ist das Lösungsvermögen des Whiskys so gut, dass Sie ihn ruhig auf Eis genießen können, ohne dass er sofort trüb wird. Ist der Eiswürfel allerdings geschmolzen und der Whisky auf diese Weise verdünnt, tritt die Trübung wieder auf. 46 % Alkoholgehalt ist auch das beste Zeichen, einen un-chillfiltered Whisky zu erkennen. So gibt es beispielsweise von Highland Park einen 18 Jahre alten Whisky mit 46 % Alkoholgehalt, der mit un-chillfiltered ausgewiesen ist und einen 16 Jahre alten mit 40 % Alkoholgehalt, der kühlgefiltert wurde. Nicht alle unabhängigen Abfüller haben sogleich ihr System geändert, es gibt noch immer viele Whisky, die gerade nicht un-chillfiltered sind. Naturbelassen ist nicht immer besser. Der doch unappetitlich anmutende Bodensatz in den Fässern führt manchmal auch zu Fehlgeschmäckern. Vielleicht sollten diese Substanzen besser nicht in unserem Whisky sein. Es ist wohl mehr Marketing als Markenzeichen, wenn ein Whisky un-chillfiltered gepriesen wird. Jede Brennerei steht für ihren eigenen Geschmack, jede Änderung der Filterungsart würde diesen Geschmack eventuell verändern. Als Genießer entscheiden wir, was uns schmeckt und sollten die Filterung ruhig den Herstellern überlassen, die uns immer mit dem besten Whisky versorgen, so wie wir ihn lieben.