Nach Ansicht eines aus Australien stammenden Wissenschaftlers könnte die Agave, welche bisher lediglich für die Herstellung von Tequila verwendet wurde, im Landesinneren von Australien in großem Stil angebaut werden, um den Kraftstoffverbrauch von „Down Under“ in Umwelt schonende Bahnen zu lenken. Zudem wurde von Wissenschaftler der University of Sydney und der University of Oxford untersucht, in welcher Weise sich die Agave für die Herstellung von Bioethanol, also Biokraftstoff eignet. Bei der Agave handelt es sich um eine Wasser speichernde Pflanze mit hohem Zuckeranteil, die in weiten Teilen Mexikos für die Erzeugung von Tequila angepflanzt wird. Die Professoren sind davon überzeugt, dass die Agave dafür im Vergleich zu  Zuckerrohr oder Mais, große Vorteile in sich birgt. Sie wächst auch in trockenen Gebieten ohne Bewässerung, gilt nicht als Nahrungsmittel und der Anbau geht nicht auf Kosten knapper Wasservorräte.

 

Im Kalamia Estate im australischen Bundesstaat Queensland wurde im Rahmen eines Versuchs bereits eine erste Agavenfarm zur Herstellung von Ethanol offiziell eröffnet. In dessen Rahmen wurde darauf verwiesen, dass noch weitere Untersuchungen durchgeführt und entsprechende Technologien entwickelt werden müssen. Bei bereits durchgeführten Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass aus Agaven gewonnenes Ethanol eine positive Energiebilanz aufweist. Die gewonnene Energie ist fünfmal so hoch als jene, welche zur Gewinnung aufgewendet werden muss. Auch im Bezug auf die Reduzierung von Treibhausgasemissionen hält die Agave dem Vergleich mit Zuckerrohr stand.

 

Die Ergebnisse der Untersuchung hebt die immensen Möglichkeiten der Erzeugung von Bioenergie durch Agaven in den trockenen Teilen der Welt hervor. Eine solche Erzeugung würde dabei kaum zu Lasten der Herstellung von Nahrungsmitteln und der Wasservorräte gehen. Wenn die Energie- und Treibhausgasbilanz und die Höhe der Produktion von Ethanol mit den Ergebnissen von Mais, Rutenhirse und Zuckerrohr verglichen werden, bringt die Agave bessere oder zumindest gleiche Ergebnisse. Die Produktion von Agaven könnte sich aufgrund der holzigen Nebenprodukte der Pflanze auch selbst mit der für den Betrieb erforderlichen Energie versorgen.