Der Name des japanischen Spirituosenunternehmens Suntory ist derzeit in den Medien so präsent wie selten zuvor. Und es geht nicht um die neueste Abfüllung, um innovative Ideen für ein effektives Fassmanagement oder um die Überarbeitung des Designs. Nein, all das mag den Whiskyfans lieb und wichtig sein, doch der derzeitige Wirbel auf dem internationalen Parkett zeigt, dass es im Whiskybusiness wie bei jedem anderen Wirtschaftszweig zwar auch um das Produkt, in erster Linie aber um Geld und Einfluss geht.

Suntory kauft Beam

So startete der Suntory-Boom am 13. Januar. Eine offizielle Presseerklärungsprach von der Übernahme der gesamten Produktpalette von Beam durch Suntory Holdings Ltd. Für rund 16 Milliarden US- wechseln Marlen wie Jim Beam, Maker’s Mark, Laphroaig, Canadian Club, Teacher’s, Kilbeggan, Sauza Tequila und Courvoisier zum japanischen Unternehmen. Sofern Beam-Aktionäre und Regulierungsbehörden zustimmen, was noch aussteht. Suntory setzt sich damit hinter Diageo und Pernod Ricard als Spirituosenunternehmen auf die dritte Stelle weltweit.

Suntory kauft Whyte & Mackay...nicht

Als dann nur knapp eine Woche später in den Medien die Meldung auftauchte „Suntory bietet für Whyte & Mackay“, so erschien das durchaus plausibel – was wäre dieser kleine Deal schon im Vergleich zu dem 16-Milliarden-Dollar-Geschäft der vergangenen Woche? Dass Diageo sich nach der Teilübernahme von United Spirits von Whyte & Mackay trennen muss, um die Regulatoren zufrieden zu stellen, ist schon länger bekannt. Als Interessent ist bereits der südafrikanische Tycoon Vivian Imerman im Gespräch. Doch Suntory reagierte sofort und bereits einen Tag später gibt es neue Headlines: Suntory dementiert. Nein, es gäbe kein Angebot. „We have never negotiated on the acquisition of Whyte and Mackay”, lässt die Pressestelle der Japaner verlauten. Nun denn, also hängt Whyte & Mackay weiter in der Luft. Ein Umstand, den Richard Patterson, internationale Whiskygröße und seit 44 Jahren auch für Whyte & Mackay tätig, ein wenig enttäuscht, wie einem Interview vor ein paar Tagen zu entnehmen war (hier nachzulesen) http://whiskycast.com/richard-paterson-frustrated-with-whyte-mackay-turmoil/