Slyrs 1Slyrs, den deutschen Single Malt Whisky vom Schliersee, gibt es im Moment auch als Fassstärke. Seit Mitte Juli wird er vertrieben und da er streng limitiert ist, kann mit einem schnellen Ausverkauf gerechnet werden. Allen verächtlichen Blicken eingefleischter "Nur-schottischer-Single Malt-ist-guter-Whisky"-Verfechter zum Trotz gibt eine mittlerweile eine unübersehbare Fangemeinde für deutschen Whisky. Slyrs gehört als Urgestein fest zum vielfältigen Angebot dieser Szene dazu und kann mittlerweile auf rund vierzehn Jahre Erfahrung in der Whiskyherstellung zurückblicken.

Getreu der Familientradition Lantenhammer erlernte Florian Stetter das Bierbrau- und Destillierhandwerk und so war es eigentlich kein Wunder, dass er nach einer Schottlandreise den Gedanken nicht mehr loswurde, dass man auch doch sicher auch in Bayern einen Single Malt herstellen könne. Er wollte aber nicht die schottische Brennkunst eins zu eins übernehmen, sondern einen eigenen Weg gehen. Bayerisches Malz, Räuchern über Buchenholz, langsames Destillieren bei relativ niedrigen Temperaturen und dann das, woran sich viele Whiskyliebhaber stoßen: Lagerung in frischen Fässern. Das machen aber Bourbon und Co. seit Generationen bereits erfolgreich vor, wieso sollte es also nicht auch in Europa zu guten Resultaten führen können? Im Gegensatz zu vielen deutschen Whiskybrennern, die mit ihren kleinen und vom Obstbrand gewohnten Brennblasen an die Sache herangehen, arbeiten Florian Stetter und Brennmeister Hans Kemenater mit einer großen kupfernen Pot-Still-Anlage. Hier ist die Whiskyherstellung kein nettes Nebengeschäft, sondern ein eigener Zweig des Unternehmens. Im Jahr 2007 wurde deshalb eine neue Brennanlage in Betrieb genommen. Großes Ziel ist, 2015 dann einen 12jährigen Slyrs zu präsentieren. Bis dahin ist eine 3jährige Abfüllung der Standard, der ab und zu durch besondere limitierte Abfüllungen ergänzt werden. Neulich einem Slyrs Pedro Ximenez und einem Slyrs Oloroso. Ich will ehrlich sein: Ich selbst bin kein Fan des bisher angebotenen Slyrs (spricht sich übrigens „Schliers“, so wie „Schliersee“) und kann dem jungen, trockenen Brand wenig abgewinnen. Aber das ist ja Geschmackssache und ich weiß, dass sich manch anderer bei einigen getorften schottischen Whiskys, die den Weg in mein Glas finden, schütteln würde. Aber ich beobachte den Weg, den deutscher Whisky gerade geht und ich werde sicher dem 12jährigen Slyrs eine Chance geben - die hat er auf jeden Fall verdient.

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