Was Robert Parker mit Cognac zu tun hat, ist auf den ersten Blick nicht klar ersichtlich. Faktum ist, dass Cognac nicht weit von Bordeaux entfernt ist und Robert Parker mit dem Bordeaux eng verbunden ist. Zudem besitzt die Familie Tesseron in Bordeaux zwei Châteaus: Pontet Canet in Pauillac und Lafon Rochet in St. Estèphe. Robert Parker hatte die Gelegenheit, die Cognacs der Familie Tesseron im Rahmen einer Verkostung 2005 kennen zu lernen und ließ sich dabei zu Bewertungen „überreden“. Dabei erhielt das Lot Nummer 29 100 Parkerpunkte. Es wurden aber auch Champagner probiert, wobei Bollingers Special Cuvée 89, Haut Brion Blanc 2001 94, Lafite Rothschild 1996 100, Cheval Blanc 1990 98, Haut Brion 1989 100 und d'Yquem 2001 ebenfalls 100 Parkerunkte erhielten. Im Jahre 2007 beschreib Robert Parker in der Publikation „Hedonist's Gazette“ von einer weiteren Verkostung. Den Champagner Moet et Chandon Dom Pérignon 1976 hatte Parker mit 95, Latour 1990 en Magnum mit 99 und Pétrus 1990 in der Magnum mit 100 Punkten bewertet. Dazu kam ein Cognac der Familie Tesseron, das Lot. Nr. 53, welches Robert Parker mit 98 Punkte bewertete.

 

Das Lot Ne. 53 war ein Ugni Blanc – Colombard welcher ein Alter von 50 Jahren aufweist: Mahagoni, Kastanienhonig, Patschouli, Orangenblüten und Kakaobohnen waren zu erspüren. Im Mund Verbene und Salz. Insgesamt ein sehr kräftiger und aromatischer Cognac, welcher sehr viel Luft benötigt. Robert Parker konstatierte kein beißen oder stechen vom Alkohol und was ihn dennoch erstaunte war, dass der Cognac nicht süß wirkte.

 

Als zweites Beispiel aus der Produktpalette der Familie Tesseron sei der Ugni Blanc, Colombard, Folle Blanche mit einem Alter von 75 Jahren genannt. Es wurde bei der Verkostung warmes Edelholz und entfernt eine leichte Chlornase notiert. Darunter Malz, Torf, Toffee, Mango Papaya, Erdbeerpannacotta und Himbeergeist. Viel exotische Frucht, Ringelblume, Iris. Kenner des Hauses rätseln, ob der Cognac von Robert Parker100 Punkte bekäme.

 

Die Familie Tesseron besitzt in der Champagne zwei Betriebe, wo eine große  Anzahl alter Brände im Kelle lagert. Die Weine werden mit den Heferückständen gebrannt, was zwar ein schwieriges Unterfangne ist. Ist doch die Gefahr gegeben, dass Hefezellen am Brennkolben anhaften und in der Folge verbrennen. Aber dies würde auch für mehr Komplexität sorgen.