Whisky durchläuft verschiedene Herstellungsschritte vom frischen Getreide bis zum fertigen Produkt. Wie bei anderen Lebensmitteln, die ein rauchiges Aroma bekommen, beispielsweise Räucherlachs oder geräucherte Wurst, kommt das Aroma tatsächlich von Rauch. Heißer Rauch, der bei der Verbrennung von Torf entsteht. Über diesem heißen Rauch wird das Malz getrocknet und bekommt so sein rauchiges Aroma. Da es sich bei Torf aber um ein organisches Material handelt, das verbrannt wird, entsteht bei der Verbrennung nicht einfach nur Rauch. Den Unterschied kennt bestimmt jeder, der schon mal das ein oder andere Feuerchen gemacht hat. Je nachdem, was man ansteckt, welches Holz man verbrennt, riecht der entstehende Rauch unterschiedlich. Auch die Temperatur, bei der das Material verbrennt, spielt eine Rolle. Das kommt daher, dass organische Materialien unterschiedliche Verbrennungsprodukte hervorbringen. Also nicht nur CO2 sondern auch viele organische Verbindungen, die sich je nach Dauer des Brennvorgangs verändern. Dabei kommt es auch darauf an, wie viel Sauerstoff bei der Verbrennung zugegen ist. Je weniger Luft dabei ist, umso mehr aromatische, organische Verbindungen entstehen. Je mehr Luft dabei ist, umso heißer wird das Feuer und umso reineres CO2 entsteht. Verbrennt man hingegen feuchtes Material, entsteht umso mehr Rauch und das Material braucht sehr lange, bis es vollständig verbrannt ist. Ob nun bei der Verbrennung von Torf ein torfiges oder ein rauchiges Aroma entsteht, ist unter Experten mittlerweile sehr umstritten. Fakt ist, dass Torf zwar verbrannt wird, aber das Aroma, welches dann in den Whisky kommt, stammt nicht vom Torf selbst, sondern von seinen Verbrennungsprodukten, von den Stoffen, die freigesetzt werden, wenn der Torf verbrennt. Im Grunde genommen sollte man eher von rauchig im Zusammenhang mit Whisky sprechen. Denn Torf ist ja nun wirklich keiner drin.