PrometheusNeue Abfüllungen werden gerne auf großen Whiskymessen präsentiert. Auch die Hanse Spirit konnte dieses Jahr mit einigen Highlights aufwarten, allen voran der Launch des „Prometheus“, eines 26 Jahre alten Single Malts aus der Speyside, den es ab März bei ausgesuchten deutschen Händlern geben wird. In welcher Brennerei genau der Whisky entstanden ist, das verrät das Unternehmen Glasgow Distillers nicht. Glasgow Distillers sind auf bestem Wege, eigener Whiskyhersteller zu werden und starten in diesen Wochen mit der Produktion. Um die Wartezeit bis zum Erscheinen der eigenen Abfüllungen zu überbrücken, wird uns das Projekt Prometheus in den kommenden Jahren

in mehreren Schritten begegnen. Da ist jetzt also der Launch des ersten Batches mit insgesamt 3000 Flaschen, von denen 1100 für den europäischen Raum bestimmt sind. Weitere Batches werden jährlich folgen und einen jeweils ein Jahr älteren und im Alkoholgehalt etwas angehobenen Prometheus zu präsentieren. 47% Vol. sind es diesmal, der 30-jährige soll dann als Cask Strenght Edition herauskommen.

Der Start einer besonderen Serie

Prometheus2Ob sie sich denn genug Fässer für dieses weitreichende Projekt gesichert hätten, frage ich Raymond Hackland vom deutschen Importeur „A Wee Taste of Scotland“. Er stellt mir den Prometheus auf der Hanse Spirit vor. Dafür sei gesorgt, meint er, insgesamt stehen Glasgow Distillers von dem Speyside Whisky 76 Butts und 13 Hogsheads zur Verfügung. First Fill Sherry Fässer sind es, in denen der Prometheus heranreifte und die ihn prägten. Ungefärbt und nicht kältefiltriert wird der Single Malt abgefüllt, der zum stattlichen Preis von rund 600 Euro zu haben sein wird. In dieser Preisklasse haben erfahrungsgemäß nur wenige Flaschen eine Chance, geöffnet zu werden – die meisten werden vermutlich als Sammlerstücke erworben werden. Dass eine fortlaufende und aufbauende Serie angekündigt wird, ist für mich ein Zeichen, dass GlasgowPrometheus3Distillers diese Zielgruppe der Sammler und Whiskyinvestoren gezielt ansprechen möchte. Das Öffnen solch einer Prometheus-Flasche ist übrigens in doppelter Hinsicht etwas Besonders: Nicht nur, weil es ein edles, teures Tröpfchen ist, zu dem man sich damit Zugang verschafft, sondern auch, weil der Verschluss mit dem Glasstopfen sehr ausgefallen ist. Wir brauchen trotz Premium-Sammler-Charakter der Abfüllung aber nicht darauf verzichten, den Geschmack des Prometheus selbst zu erleben, denn auf der Finest Spirits wurde er am Stand und in speziellen Tastings auch ausgeschenkt. Vielen Dank an Raymond Hackland für meinen persönlichen Prometheus-Dram.

Prometheus: Das Tasting

Und so habe ich da also den dunkelgoldenen, bernsteinfarbenen Prometheus vor mir im Glas. Orange steigt mir in die Nase, Heidekraut, ein Hauch von Torfrauch. Ich gebe ihm Zeit, sich zu entfalten. Am Gaumen dann ist der Prometheus weich und cremig. Fast ein wenig schüchtern ist die erste Begegnung, doch die Fruchtaromen, feine Sherrynoten und eine würzige Süße entwickeln sich. Irgendwann die Erkenntnis: Ja, jetzt ist er da. Der Name Prometheus wurde ausgewählt, um an den griechischen Gott zu erinnern, der das Feuer auf die Erde brachte und ein wenig wird der Single Malt seinem Namensgeber schon gerecht: Er flammt am Gaumen auf. Doch es ist kein großes Feuer mit Flammen, die zum Himmel schlagen. Die Aromen bleiben immer sehr ausgewogen und harmonisch. Milchschokolade kommt hinzu, Kaffeenoten. Der Torfrauch schwingt nur ganz leicht im Hintergrund mit. Der Prometheus verabschiedet sich dann nur ganz langsam, im langen Nachklang halten süße Fruchtigkeit und ein Hauch Röstaromen an. Kein gewaltiger Feuergott meiner Meinung nach, aber ein warmes Kaminfeuer. Gleichmäßig und wohlig.