Tobermory Distillery 1Beim Besuch der Insel Mull darf selbstverständlich eine Besichtigung der Tobermory Whisky Distillery nicht fehlen. Das heißt allerdings nicht, dass die meisten Touristen wegen dieser Whisky Brennerei hierher reisen. Aber dass Burn Stewart Distillers 1993 in der Single Malt Destillerie die Produktion wieder aufnahmen und den Whisky sehr erfolgreich verschafft.

Die Insel an der Westküste Schottlands gehört zu den Inneren Hebriden und wird von den meisten Touristen wohl mit der Fähre von Oban her angesteuert. Sie kommen zum einen wegen der beeindruckenden Landschaft mit ihren Torfmooren, Hügeln und herrlichen Stränden, vielfach aber auch, um Mull als Sprungbrett zu nutzen auf die sogenannte „Heilige Insel“ Iona südwestlich von Mull. Wir wollen in diesem Whiskyblog aber den Fokus auf die Tobermory Distillery richten, die einzige Brennerei auf Mull. Seit ihrer Gründung 1798 ging es auf und ab mit der Brennerei, mehrfach wurde sie stillgelegt und wechselte den Besitzer. Zuletzt wie erwähnt 1993, als Burn Stewart Distillers die Tobermory Distillery erwarben. Dass die selbst 2002 erst von der CL Financial Group und erst kürzlich von Distell übernommen wurden, macht nach außen hin für die Besucher der Brennerei keinen Unterschied und bleibt auch von den Tourguides völlig unerwähnt. Tobermory Distillery 3Ist man an einer Besichtigungstour durch die Tobermory Destillerie interessiert, sollte man nicht am Wochenende in den kleinen Hafenort Tobermory kommen, in dem die Brennerei direkt in der Nähe des Hafens mit seinen bekannten bunten Häusern liegt, denn da finden in der Regel keine Führungen statt. Samstags werden zwar manchmal in der Hauptsaison auch Besichtigungen angeboten, allerdings wird an diesem Tag nicht produziert, man bekommt also keinen Eindruck vom laufenden Betrieb. Aber selbst an den normalen Wochentagen gibt es dafür natürlich keine Garantie: In wasserarmen, trockenen Zeiten ruht hier der Betrieb wie zuletzt im April 2013. Brennpause war angesagt, weil es wochenlang nicht geregnet hatte. Das zweite Jahr in Folge passierte dies und damit auch erst das zweite Mal in der Geschichte der Tobermory Distillery. Tobermory Distillery 2Wer allerdingst beim Start der Besichtigungstour nach dem Anschauen eines einführenden Videos schon in freudiger Erwartung den Fotoapparat zückt, wird enttäuscht: Keine Fotos in der Destillerie! Auf dem Außengelände ist das Fotografieren erlaubt. Während der Tour hören Sie dann, dass hier zwei verschiedene Arten von Single Malt hergestellt werden: der ungetorfte Tobermory und der getorfte Ledaig, der den Namen trägt, unter dem die Brennerei einige Jahre lang in den Siebzigern firmierte. Was Sie während der Tour dann auch bewundern können, sind die außergewöhnlichen Lyne Arms der Stills, die in einem sehr unüblichen 90° Winkel wegstehen. Gefüllte Warehouses sucht man hier bei Tobermory vergebens, die Fässer werden von Burn Stewart in Deanston gelagert in der Nähe von Stirling. Fotos: Petra Milde