Es ist ein romantisch anmutender Name für ein ursprünglich illegales Produkt: Mit „Moonshine Whiskey“ wird Getreideschnaps bezeichnet, der heimlich im Schutze der Nacht (bei Mondlicht also) hergestellt wird. Keine Sorge: Was heute bei uns als Moonshine Whiskey in den Verkauf kommt, wurde natürlich absolut legal erzeugt. Aber es erinnert vom Stil und Charakter her stark an die traditionellen Spirituosen, die als Schwarzbrand entstanden und unter dem Ladentisch gehandelt wurden. Das „Moonshining“ ist im Laufe der Geschichte in großem Umfang betreiben wurden. Entweder, weil das Brennen generell verboten war oder auch, weil der Brenner keine Lizenz hatte, da er sich diese als kleiner Landwirt schlichtweg nicht leisten konnte. Aus diesem Grund stellte auch in Irland und Schottland früher so mancher Nebenerwerbsbrenner seinen unlizensierten Whisky her. Doch die Blütezeit des Moonshine Whiskey war die Zeit der Prohibition in den USA. Professionell organisierter Schwarzhandel brachte große Mengen von Moonshine Whiskey unter die dürstende Menge.

Keine Zeit zum Reifen

Georgia Moon Corn Whiskey

Heute haben einige Brennereien den Moonshine Whiskey wieder neu entdeckt und bringen zahlreiche glasklare Produkte auf den Markt. Denn das war ein besonderes Merkmal des Moonshine-Whiskeys: Nach dem Brennen wurde er meist sofort verkauft, denn das Lagern des illegalen Alkohols hätte ein zusätzliches Risiko bedeutet und der Bedarf war groß und musste sofort erfüllt werden. Nicht auszudenken, wenn die Prohibitionsgesetze abgeschafft worden wären, während die Banden auf großen Mengen des (damals meist recht miesen) Alkoholes saßen und darauf warteten, dass er reifte. Es wäre ein finanzieller Tiefschlag für einen ganzen Gewerbezweig gewesen. So kam der Moonshine Whiskey also ganz jung als New Spirit auf den Schwarzmarkt.

Georgia Moon Corn Whiskey erinnert an Schwarzbrand-Tradition

In Amerika wurde der Moonshine typischerweise zumeist aus Mais hergestellt, dem Getreide, das in Ländern wie Kentucky, Tennessee oder Georgia zur Genüge vorhanden war. Das spiegelt sich auch im Namen einiger Moonshine Whiskeys wieder, die heute angeboten werden, beispielsweise im Georgia Moon Corn Whiskey. Mindestens 80 % Maisanteil muss ein Corn Whiskey enthalten und der Georgia Moon Corn Whiskey verdankt diesem Rohstoff seinen typisch süßlichen Geschmack. Im Schwarzhandel war man darauf bedacht, kein Aufsehen zu erregen und illegale Machenschaften zu verschleiern. Moonshine Whiskey in Flaschen abzufüllen wurde deshalb vermieden. Viel unverfänglicher waren Einmachgläser und Marmeladengläser. So kommt auch der Georgia Moon Corn Whiskey ganz stilecht in einem Schraubglas in den Handel, versehen mit einem Label, das mit Packpapier und Schnörkelschrift den Anschein von Marke Eigenbau erweckt. Eine besondere Verpackung für einen besonderen Whiskey - wie wäre es mit einem neugierigen Schlückchen?