Zwei goldgelbe Grundpfeiler hat die amerikanische Whiskeyindustrie zu bieten, die als Bestseller weltweit in Sachen Verkaufszahlen ungeschlagen sind: Jack Daniels als Tennessee Whiskey und Jim Beam als Bourbon. Traditionelle amerikanische Namen – könnte man meinen. Doch die amerikanische Geschichte ist jung und die Traditionen und Erfolgsgeschichten des Landes gründen sich zu großen Teilen auf dem, was Gründerväter und Einwanderer aus ihren europäischen Ursprungsländern mitbrachten. So ist es nicht verwunderlich, dass der Vater eines Whiskeys, dessen Gründungsjahr mit 1795 angegeben wird, ursprünglich nicht Jim Beam, sondern Jakob Böhm hieß. 1770 kam der junge Johannes Jakob Böhm mit seiner deutschen Familie ins gelobte Land und versuchte sein Farmerglück in Maryland und später in Clermont, im Bourbon County in Kentucky. Er tat, was unter den Farmern damals üblich war und stellte aus den Resten seiner Getreideernte Whiskey her. Für den eigenen Gebrauch zunächst, doch ab 1795 auch zum Verkauf. Entsprechend seinem mittlerweile amerikanisierten Namen nannte er seinen Bourbon "Old Jake Beam Sour Mash". Aus einem Fass wurden viele. Der Erfolg seines Whiskeys ließ sein kleines Unternehmen wachsen und das Brennen wurde schließlich zum Hauptberuf. Der Sohn David übernahm die Destillerie 1820 und vergrößerte sie. Auch der Enkel David stieg in die Firma ein und aus vertriebspraktischen Überlegungen wurde sie 1856 ins Nelson County verlegt, um die direkte Anbindung an die dortige neue Eisenbahnverbindung nutzen zu können. Auch in der folgenden Zeit bleibt das erfolgreiche Whiskeyunternehmen in Familienhand. Die Prohibition stoppte zwischen 1919 und 1933 den Whiskeybetrieb, doch sofort nach deren Beendigung baute Familiensprössling James Beauregard Beam, kurz Jim genannt, in Clermont eine neue Brennerei auf. 70 Jahre alt war er bereits, doch er ließ es sich nicht nehmen, mit seinen eigenen Händen anzupacken. Nach nur 120 Tagen stand die Jim Beam Distillery und der Höhenflug der Erfolgsmarke begann erneut. Heute gehört die Brennerei zum weltweiten Unternehmen Beam Global Spirits & Wine, Tochterfirma von Fortune Brands. Doch noch immer leitet ein Beam die Geschicke der Firma mit: Fred Booker Noe der Dritte ist seit 2005 als Brenner und Teilhaber dabei. Neben dem traditionellen Bourbon, weltweit die Nummer 1, und einigen besonderen Ausgaben wie zum Beispiel dem Black Label oder einem Roggenwhiskey, hat Jim Beam in jüngster Zeit mit seinem Red Stag ganz neue Maßstäbe gesetzt und ist zum Trendsetter für aromatisierten Whiskey geworden.