Wer hat in seinem Leben wohl noch nie einen Martini oder einen Cinzano genossen? Beide zählen zu den weinhaltigen Getränken und werden zumindest in Deutschland bevorzugt als Aperitif gereicht. Beide stammen aus dem schönen Italien und gleichen sich doch eigentlich – oder? Dies wirft die Frage danach auf, welcher der bittersüßen Kultgetränke in der Gunst der Genießer wohl ganz oben steht?

 

Martini e Rossi – wahrhaft italienisch

Wer Martini hört, denkt zumeist in erster Linie an den Klassiker Martini Bianco. Daneben werden die Sorten Rosso, Rosato und Extra Dry angeboten, doch der Bianco erfreut sich nach wie vor allergrößter Beliebtheit.

1847 trafen sich Alessandro Martini, ein Weinhändler und Luigi Rossi, der sich bestens mit Kräutern auskannte, in Turin und entdeckten ihre gemeinsame Leidenschaft für experimentelle Drinks und den Gioia Vivere – die Lust und den Spaß am Leben. Sie gründeten eine Firma: Martini & Rossi. 1863 hatten sie die geheime Rezeptur für Martini Rosso entwickelt und von diesem Zeitpunkt an war der Erfolg nicht mehr aufzuhalten. Auch heute noch erfolgt die Herstellung nach dieser Rezeptur. Eine Verbindung aus erstklassigen Qualitätsweinen wird mit rund 40 verschiedenen Kräutern abgerundet, die auf der ganzen Welt von Martini & Rossi SPA angekauft werden. 1910 kreierten die Söhne von Alessandro Rossi den beliebten Martini Bianco, der mit der „Dame in Weiß“ auf Plakaten und Schildern beworben wurde und seinen Siegeszug um die Welt antrat. Den einzigartigen Charakter erhält Martini durch seine Zitrus-Note und die aromatische Vanille, die den leichten und eleganten Stil des Dolce Vita unterstreichen.

Martini Bianco wird klassisch pur on the rocks getrunken. Eine erfrischende und vornehme Köstlichkeit ist der Martini Royale Bianco, für den Martini Bianco und  Limette über Eis mit Martini Prosecco aufgegossen werden.

 

Cinzano für die italienischen Momente im Leben

Obwohl viele Konsumenten genau das Gegenteil schätzen würden, ist die Marke Cinzano 90 Jahre älter als Martini & Rossi. Bereits 1757 gründeten die Gebrüder Giovanni und Carlo Cinzano im italienischen Turin einen kleinen Shop. Sie machten sich bald mit ihren aromatischen Getränken einen guten Namen und erhielten den Titel „Master Distillers“. Sie mischten weiße und rote Qualitätsweine mit Kräutern aus der Region und schufen damit Getränke, die leicht bitter und erfrischend vor allem als Mixgetränk gerne als Apéro genossen wurden (und werden). Es war das Geburtsjahr der Sorten Cinzano Bianco und Cinzano Rosso. Die Cinzano-Brüder wurden Hoflieferanten des italienischen Königshauses. Als man sie beauftragte, einen süßen Perlwein nach Art eines Champagners zu kreieren, war Asti Cinzano geboren: ein einzigartiger Sekt, der noch heute vom Markt nicht wegzudenken ist. 1867 wurde der heute bekannte Cinzano Rosso erstmals in einer Zeitungsanzeige beworben als „Vermouth Wine oft he renown House F. Cinzano“. Das Portfolio der weinhaltigen Getränke beinhaltet vergleichbar mit Martini & Rossi die Sorten Bianco, Rosso, Rosé und Extra Dry.

Ebenso wie Martini wird Cinzano in der Regel pur auf Eis genossen und gehört zur Grundausstattung einer jeden Bar.

 

Welcher Aperitif ist denn nun der Bessere?

Cinzano wie Martini bieten mit ihren vier Aperitif-Sorten eine Auswahl für jeden Geschmack und gelten als der Aperitif-Klassiker seit dem 18. Und 19. Jahrhundert. Der Cinzano ist der Ältere und doch eher Ausdruck einer stylischen jungen Generation von Partygängern, wobei ihm der elegante Martini in Qualität und Geschmack in nichts nachsteht. Beide Marken sind mit ihren Wermut-haltigen Weingetränken im Laufe der Jahrhunderte mehrfach ausgezeichnet worden. Welchem Italiener auch immer der Vorzug gegeben werden mag: erstklassig sind sie beide. Und was die leicht unterschiedlichen Geschmacksnuancen anbelangt, so liegt die individuelle Entscheidung ganz auf der Zunge des Genießers. Cin Cin!