Eingeweihte und erfahrene Fans des Whiskys mögen schmunzeln über diese Frage, doch Einsteiger, die nach ihren ersten Berührungen mit dem Lebenswasser mehr erfahren möchten, sind auch an solchen grundsätzlichen Dingen interessiert. Deshalb soll auch für derartige Basics Platz sein auf diesem Blog.

Die Frage nach der Größe eines Whiskyfasses lässt sich genauso eindeutig beantworten wie die Frage nach der Länge eines Pkws, nämlich mit einem unbestimmten „Es kommt darauf an“. Whiskyfass ist nicht gleich Whiskyfass. Es gibt unterschiedliche Modelle dieser hölzernen Behältnisse und sie werden ausgewählt je nach gewünschtem Whiskycharakter (im Idealfall natürlich – es soll auch kleine Whiskyhersteller geben, die mit dem Vorlieb nehmen, was ihnen gerade so vor den Abfüllstutzen kommt…). Je größer das Fass, umso kleiner ist die Kontaktfläche zwischen Alkohol und Holz und desto geringer die Reaktion zwischen beiden. Und auch der zuvor darin gelagerte Inhalt hat Einfluss auf die Geschmacksbildung des Whiskys. Hier ist eine Auswahl der bekanntesten Fasstypen, die aber längst nicht vollständig ist: Barrel (Bourbon Barrel/American Standard Barrel): Im Barrel wird der Bourbon gelagert, anschließend finden die Fässer ihren Weg weltweit zum Wiederbefüllen. Rund 200 Liter Fassungsvermögen hat ein Barrel. Hogshead: Mit zusätzlichen Dauben wird ein Barrel zum American Hogshead und fast rund 250 Liter. Auch aus alten Sherryfässern werden Hogsheads hergestellt. Das Hogshead ist der meistverwendete Fasstyp. Butt: Sie sind gebräuchlich in der Sherryindustrie, bestehen im Gegensatz zum Barrel und Hogshead meist aus europäischer und nicht aus amerikanischer Eiche und fassen rund 500 Liter Puncheon: Meist gleicher Inhalt wie das Butt (500 Liter), aber eine leicht andere Form, etwas dicker und kürzer. Zuweilen werden Puncheons aber auch mit anderem Fassungsvermögen hergestellt; sie werden auch gerne zur Lagerung von Rum eingesetzt Port Pipe: 500 Liter oder mehr – wie der Name es verrät, kommen sie aus dem Portweinsegment und werden deshalb vor allem für Finishes eingesetzt. Madeira Drum: 450 – 600 Liter, ehemals mit Madeira gefüllt und beliebt beim Finishen Quarter Cask: Ein Viertel vom normalen Barrel und daher 50 Liter. Früher beliebt, weil sie leichter zu transportieren waren, heute wegen des intensiveren Holzkontaktes und damit anderem/schnelleren Reifen des Whiskys. Bekannt vor allem durch die Abfüllung Laphroaig Quarter Cask. Octave: Der Winzling unter den Whiskyfässern mit rund 25 Litern – einem Achtel, wie der Name sagt.