Beim Thema, wie man denn eigentlich einen Whisky trinken sollte, kommt unweigerlich auch immer eine Diskussion über „das richtige“ Glas auf. Lassen Sie sich am besten gar nicht erst darauf ein – so ein Disput führt zu nichts, denn was heißt schon „richtig“? Wer den Whisky unbedingt mit Eis betäuben möchte (wird dann wohl eher Whiskey sein…), ist mit einem dicken Tumbler schon richtig bedient. Wer den Kontakt zum Glas meiden und es kunstvoll schwingend zu Nase führen möchte, ist mit einem langstieligen und sich nach oben verjüngenden Nosing-Glas gut beraten. Übrigens auch sinnvoll, wenn man parfümierte Seife oder Handcreme verwendet – da wird die Nase nicht auf Irrwege geführt…. In den letzten Jahren hat das Glas der Firma Glencairn zunehmend Freunde gewonnen. Die tulpenartige und aromenbewahrende Glasform des Nosing-Glases wurde dafür übernommen, aber der Stiel ist durch einen soliden, standfesten Fuß ersetzt worden. Ich benutze es zuhause eigentlich nur noch und liebe es! Gemütlich auf dem Sofa habe ich darin meinen leckeren Tropfen wie einen Clynelish oder einen Springbank gut im Griff, das Glas schmiegt sich in meine Hand und ich kann den Whisky dabei anwärmen. Leichtes Schwenken ist auch ohne Stiel super möglich (heftiges Schwenken natürlich auch, ist aber nicht zu empfehlen...) Ein großer Vorteil dieses Glencairn-Glases: Es ist standfest, solide und nicht so bruchgefährdet wie ein Glas mit feinem Stil. Das haben auch viele Destillerien bemerkt. Als ich dieses Jahr in Schottland unterwegs war, staunte ich nicht schlecht, wie viele es mittlerweile für den Besucherdram verwenden. Bei solchen Aktionen wie dem Hunter’s Hike von Laphroaig (siehe Bild – und ja, das sind Regentropfen auf der Linse…) oder zum Mitführen im Reisegepäck ist so ein unkompliziertes Glas natürlich ideal. Bei uns hat es im Zelt jedenfalls nicht gefehlt.