GläserVerwirrt es Sie auch manchmal, wenn wieder neue Whiskygläser auftauchen, die als absolutes Non-Plus-Ultra angepriesen werden? Und immer gerade dann, wenn man gedacht hat, man hat begriffen, wie das perfekte Whiskyglas aussehen muss, um den perfekten Genuss zu bieten, liest man irgendwo in einem Forum oder einer Facebook-Gruppe genau das Gegenteil. Lassen Sie sich sagen: Das ist wie mit der Mode. Mal sind enge T-Shirts in und mal weite. Mancher von uns kann beide tragen und wirkt gut darin, mancher kommt in einem etwas weiter Kleidung einfach besser zur Geltung. Vorsichtig formuliert…. :-) Was will ich damit sagen? Auch bei Whiskygläsern gibt es kein Richtig und Falsch. Es kommt immer darauf an, für welchen Zweck ich das Glas benutzen möchte und was hinein kommt. Und manchmal macht es auch keinen wirklichen Unterschied und kann nach Lust und Laune entschieden werden. Schauen wir uns doch einmal an, was sich da so alles auf dem Markt der Whiskygläser tummelt:

Gläser mit Stil: Nosinggläser, Tastinggläser

Man kennt sie aus Tastings und von Whiskymessen: Die feinen, dünnwandigen Gläser mit dem hohen Stil, die schmal geschnitten sind einen kleinen Bauch haben, um darin den Whisky zu schwenken und sich die nach oben hin verjüngen, um die Aromen im Inneren zu halten. Bei manchen wölbt sich dann der Rand oben wieder leicht nach außen und soll so den Lippen einen besseren Ansatz erlauben. Es ist, wie der Name es verrät: Wenn man einen Whisky erforschen möchte, dann bieten diese Gläserden besten Rahmen dafür. Die Aromen können sich im weiten Raum des Glases entfalten, aber nicht allzu leicht nach oben entweichen. Der Stil macht das Führen und Bewegen des Glases leichter und sorgt für den nötigen Abstand der Hand zur Nase. Lachen Sie nicht – Ihr eigener Körpergeruch, parfümiert, knoblauchisiert oder nicht, kann ihre Sensorik beeinflussen.

Glencairngläser

Sie sind eine Abwandlung der Tastinggläser. Das Material ist etwas dicker und robuster, deshalb werden sie wohl auch in vielen Brennereien heute für die Besucherdrams genutzt. Auch sie laufen verjüngend zu und halten die Aromen zusammen, nachdem sie dem Whisky in ihrem Bäuchlein Platz zum Ausbreiten gewährt haben. Der dicke Fuß macht sie zu einer relativ standsicheren Angelegenheit und kann die Temperatur des Whiskys schön konstant halten – wenn man es will. Wer seinen Whisky lieber erwärmen möchte, kann das Glas sehr bequem in die Hand schmiegen.

Tumbler und Bechergläser

Nicht nur für die bekannten Bourbons mit Eiswürfeln darinnen sind Tumbler sehr geschickt. Zugegeben – um genügend Eiswürfen aufnehmen zu können und zu verhindern, dass die Handwärme den Drink zu schnell erhitzt und das Eis zum Schmelzen bringt, wurden vermutlich auch die weite und dicke Form erschaffen. Doch man kann durchaus auch einen Scotch aus solch einem Whiskytumbler genießen. Der Alkoholdampf, der manchem Näschen unangenehm ist, kann sich schnell verziehen und nicht immer möchte man ja auch lange und ausgiebig nosen. Da ist der breite, offene Luftkontakt ideal, um den Whisky schnell für den Genuss bereit zu machen. Haben Sie schon einmal in einer normalen schottischen Bar ein Nosingglas hingestellt bekommen? Aber alle Theorie ist nicht so gut wie der Selbstversuch. Finden Sie heraus, woraus Ihnen der Whisky am besten schmeckt. Das kommt nicht nur auf den jeweiligen Whisky, sondern oft auch auf Ihre Tagesform und Stimmung an. Also: Am besten immer verschiedene Glasformen im Schrank haben!