Whisky wird aus Getreide hergestellt. Dass sich die Whiskys im Geschmack unterscheiden, könnte also in erster Linie an den Rohstoffen liegen. Weizen hat nun mal einen anderen Geschmack als Roggen. Aber in aller Regel ist das gar nicht der ausschlaggebende Punkt. Was dem Whisky letztendlich den Geschmack gibt, sind der Rauchgehalt des verwendeten Malzes, das Brennverfahren selbst und natürlich das Fass, in welchem der Whisky gereift ist. In Schottland beispielsweise ist es von Region zu Region unterschiedlich, wie viel oder wenig mit Rauch gearbeitet wird. In den Lowlands wird eher ohne Rauch gearbeitet, in den Highlands bekommen die Whiskys eine leichte Rauchnote. Und wer es besonders rauchig möchte, der sollte sich einen Whisky von den älteren Highlands oder Islay gönnen. Früher wurde insgesamt mehr mit Rauch gearbeitet. Allerdings war es da auch so, dass der Torf zum Trocknen des Malzes kostenlos in den Mooren zur Verfügung stand. In Gebieten, in denen kein Torf zu finden war und mit teurer Kohle oder Öl gearbeitet werden musste, wurde traditionell weniger mit Rauch gearbeitet. Heute ist Torf teuer geworden, nur noch in wenigen Regionen hat man sich die Tradition des stark rauchigen Malts erhalten, so wie beispielsweise in Islay. Bei den Brennverfahren gibt es große Unterschiede. Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Whisky der mit sehr hoher Temperatur oder über eine längere Zeit destilliert wurde, häufig einen wesentlich intensiveren Geschmack bekommt. Auch die Form der Brennblase entscheidet mit, wie der Whisky schmeckt. Je gedrungener eine Brennblase ist, umso mehr ölige Bestandteile können ins Destillat gelangen. Gerade die öligen Bestandteile sind die Geschmacksträger, Alkohol pur ist geschmacksneutral. Man muss aber alles zusammen betrachten, sowohl die Form der Brennblase als auch die Art der Destillation. Je nach gewählter Fassart für die Lagerung hat man unterschiedliche Holzarten. Ein Bourbonfass beispielsweise wird aus amerikanischer Eiche gemacht, die wesentlich weniger Aromastoffe abgibt als intensive europäische Eiche. Aber auch wichtig ist in diesem Zusammenhang, wie oft ein Fass verwendet wurde. Dass nach der zweiten Füllung nicht mehr so viele Aromastoffe im Fass sind, ist verständlich. Es spielt also nicht nur eine Rolle, welches Holz verwendet wurde, sondern auch, wie oft das Fass schon verwendet wurde oder was vorher in diesem Fass war. Beispiele für die verschiedenen Geschmacksintensitäten und um den Unterschied auch schmecken zu können: Ohne Rauch ist beispielsweise ein 15 Jahre alter Glenmorangie. Nimmt man einen 12 Jahre alten Macallan schmeckt man auch das Sherryfass und die stärkere Brennart. Wer es im Gegensatz dazu gerne mit viel Rauch mag, oder wer die Unterschiede einmal selbst schmecken möchte, dem sei ein Ardbeg TEN empfohlen und besonders intensiv schmeckt ein 16 Jahre alter Lagavulin.