Große Deals sind derzeit auf dem internationalen Spirituosenparkett keine Seltenheit. Es wird investiert, neu gebaut, umstrukturiert, verkauft und gekauft. So war wohl die Meldung Mitte April, dass Burn Stewart Distillers Ltd. an die südafrikanische Distell Gruppe verkauft worden ist, nicht unbedingt so außergewöhnlich, dass sie für gewaltigen Sturm im Whiskyglas sorgte.

Zudem bestand schon seit 2007 eine Partnerschaft mit Distell zur gemeinsamen Vermarktung einiger Produkte und Burn Stewart Distillers war im Portefeuille der CL Financial Group, von der sie 2002 übernommen worden waren, auch „nur“ ein Unternehmen unter vielen und nicht mehr selbständig. Außergewöhnlich allerdings ist der Preis schon, der allerorts für diesen Deal genannt wird: 160 Millionen Pfund sind eine ganze Menge Geld. Aber es hängt natürlich auch eine ganze Menge dran an diesem Geschäft, mal ganz abgesehen von 270 Arbeitsplätzen: Burn Stewart Distillers beheimaten unter anderem die Destillerien Bunnahabhain, Tobermory und Deanston, auch die Marke Black Bottle, den Ledaig, eine Abfüllanlage und viele andere Betriebs- und Lagerstätten. Nicht zu vergessen den gesamten Whisky Stock, der ebenfalls in den Deal integriert war. Was sich durch diesen Wechsel ändern wird und ob wir es als Verbraucher in Deutschland überhaupt merken werden, bleibt abzuwarten. In diversen Blogs und Veröffentlichungen wird der Wechsel positiv bewertet: Zum einen könne Distell davon profitieren, dass Burn Stewart mit dem Engagement in Taiwan durch Platzierung der Marke Scottish Leader bereits die Tür nach Asien geöffnet habe, zum anderen hätten die Südafrikaner ihrerseits mit ihrem Amarula den südamerikanischen Markt erschlossen. Beste Voraussetzungen also für wirtschaftliche Entwicklung und Expansion. Hier gehts zur Pressemitteilung auf der Homepage von Burn Stewart Hier geht's zur Mitteilung der BBC