An der Schwelle eines neuen Jahres ist es üblich Ausschau zu halten nach Trends für die Zukunft. Was erwartet uns 2014 im Bereich Whisky? Über vieles könnte man spekulieren: über die steigende Zahl der Abfüllungen ohne Altersangabe, die Preissteigerungen, den Startschuss für das Brennen in Annandale oder Ardnamurchan, die wachsende Nachfrage nach Rye Whiskey in Deutschland und vieles mehr. Ein Thema, das die Whiskywelt sicher im kommenden Jahr beschäftigen wird, ist das wachsende Interesse an bretonischem Whisky.

Im vergangenen Jahr staunten viele Besucher von Whiskymessen nicht schlecht, als ihnen französischer Whisky gut platziert präsentiert wurde. Im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit ist angekommen, was Insidern schon längst bekannt war und was 2014 vermutlich verstärkt Whiskyblogs und Magazine füllen wird: Auch in der Bretagne wird guter Whisky gebrannt. Hier sind die vier bretonischen Whiskybrennereien im Kurzportrait:

Destillerie Warenghem mit dem Amorik

Im vergangenen Jahr hat David Roussier, junger und engagierter Geschäftsführer von Warenghem, in Deutschland bei Messen und Tastings höchstpersönlich kräftig die Werbetrommel gerührt. Seit 1987 bietet das bretonische Unternehmen bereits Blended Whisky an, ein reiner Single Malt Whisky ließ auch nicht lange auf sich warten. Mit den Single Malts Amorik Classic und Amorik Double Maturation und dem Blend Amorik Breizh bedient Warenghem seit über einem Jahr nun den deutschen Markt und findet hier zunehmend Freunde. Roussier nutzt übrigens die Bezeichnung „Whisky Breton“, die er gerne auch als offizielle geographische Herkunftsbezeichnung sehen würde. Von den drei anderen bretonischen Whiskyherstellern wird er dabei allerdings nicht unterstützt.

Glann ar Mor Distillery

Sowohl ungetorft als Glann ar Mor als auch getorft unter dem Label Kornog Single Malt Whisky präsentiert Jean Donnay seinen Whisky, der seit 2005 an der bretonischen Küste in der Glann ar Mor Distillery hergestellt wird. Direkte Befeuerung der Stills von außen durch Holz- und Kohlefeuer wird hier praktiziert. Nicht nur Whiskygrößen wie Serge Valentin oder Jim Murray zeigen sich begeistert von diesem bretonischen Whisky, auch deutsche Whiskytrinker haben die in Bourbon und Weißweinfässern gelagerten Single Malts mittlerweile für sich entdeckt. Der Name Jean Donnay tauchte in diesem Jahr in der Presse auch in Zusammenhang mit einer anderen Brennerei auf: Er ist der Mann hinter der Gartbreck Distillery, die gerade auf Islay entsteht.

Distillerie des Menhirs mit EDDU

Eddu bedeutet Buchweizen und so verrät der Name dieses sehr speziellen Whiskys seine sehr spezielle Eigenart: Er wird aus Buchweizen gebrannt, eine Kreation des Brennmeisters Guy Le Lay. Der EDDU Silver ausschließlich und der EDDU Rock als Blend mit 30 Prozenz Buchweizenanteil. Auch der Pot Still der Distillerie des Menhiers wird direkt beheizt. Der EDDU Whisky ist in Deutschland auf dem Markt und steht bereits auf meinem Zettel „Muss ich mal probieren“.

Kaerilis Brennerei auf der Belle Isle de Mer

Die jüngste bretonische Destillerie Kaerilis betont auf ihrer Homepage und den Labeln ihres Produkts seine Herkunft von der kleinen Belle Isle vor Südküste der Bretagne, westlich von Nantes. Viel liest oder hört man noch nicht von dieser neuen Brennerei und ich habe noch keinen Hinweis auf einen Verkauf in Deutschland gefunden. Kaerilis ist vergleichsweise klein und beschaulich und ein Blick auf ihre Stills lässt eher Parallelen zu deutschen Destillerien ziehen als zu den schottischen Nachbarn. Hier habe ich einen kleinen französischen Film gefunden, der Einblicke gewährt: http://videos.tf1.fr/jt-we/2012/la-success-story-du-whisky-de-belle-ile-en-mer-7673179.html