Der Countdown läuft: Am 12. September wird die kleine Probe des Ardbeg Whisky zur Erde zurückkehren, die drei Jahre lang an Bord der Raumstation ISS ihre Kreise im Orbit zog. Das Experiment, das von Moet Hennessy beim Start als Aufhänger einer großen Werbekampagne genutzt wurde und jetzt aktuell als Anlass für das Release einer limitierten Edition des Ardbeg Supernova dient, soll nicht nur der Promotion dienen. Wissenschaftliche Studien werden von Ardbeg als Hintergrund des mehrjährigen Raumprogramms angegeben.

Völlig losgelöst

In Houston, Texas, stehen Wissenschaftler des US-Forschungsunternehmens NonoRacks LLC in einem Labor bereit, um die Ardbeg-Probe nach ihrer Rückkehr aus dem Weltraum in Empfang zu nehmen. Dr. Bill, Lumsden, Head of Destilling bei Ardbeg und ausgebildeter Chemiker, leitet das Gesamtprojekt. Es geht dabei um Fragen wie: „Welchen Einfluss hat die Schwerelosigkeit auf die Reifung eines Destillates?“, „Wie wirkt sich Schwerelosigkeit auf das Zusammenspiel von Alkohol und getoastetet Eiche aus?“, „Gibt es Geschmacksnuancen bei der Reifung unter unterschiedlichen Gravitationsbedingungen?“. 1.045 Tage war die Whiskyprobe in der Schwerelosigkeit unterwegs mit einer Geschwindigkeit von 27.724 Stundenkilometern. Damit das Experiment nach wissenschaftlichen Standards ablaufen kann, wurde zeitgleich eine Vergleichsprobe im Warehouse No. 3 von Ardbeg auf Islay aufbewahrt.

Ist die Zeit reif für Ardbeg Weltraumreifung?

Die Untersuchungsergebnisse sollen dann 2015 in einem Bericht vorgelegt werden. Und wenn es signifikante Unterschiede gibt, was werden wohl die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen sein? Wird Ardbeg eine eigene Raumstation oder Lagerhäuser auf dem Mond bauen, um künftig dort Whisky schneller oder geschmackvoller reifen zu lassen? Aber vielleicht muss ja nicht jede Erkenntnis unmittelbar eine praktische Umsetzung nach sich ziehen. Vielleicht reicht es uns ja auch zu wissen, dass wir Whisky schneller reifen lassen könnten, wenn wir das wollten. Und in der Praxis begnügen wir uns auch wie bisher mit der Islay time und dem normal gereiften Ardbeg Ten – macht doch auch Spaß und schmeckt!