Gibt es einen schöneren Klang als das „Plong“ eines Korkens, wenn eine Flasche zum ersten Mal geöffnet wird? Auch der Alligator gibt einen verheißungsvollen Laut von sich. Jetzt geht es endlich ans Probieren, hier sind einige Tastingnotes: Im Glas zeigt sich der Ardbeg in einem satten Bernsteinton. Nase: Frisch im Glas überwiegt sofort der Rauch, eine milde würzige Note schwingt mit. An der Luft entwickelt sich das Aroma und das Krokodil gewinnt an Tiefe: Honig und Ingwer. Dunkle Schokolade. Frucht kommt durch - Apfel? Gaumen: Ein weicher, runder Geschmack macht sich breit. Süßer Torf, Kaffee, dunkel und erdig, trocken. Wie zu erwarten der Rauch, aber er erschlägt einen nicht. Abgang: Warm, langer süßer Nachklang, ein Hauch von Vanille und dunkler Schokolade bleibt am Gaumen. Der Rauch bleibt bis zum Zähneputzen….. Bei dem recht hohen Alkoholgehalt liegt es nahe, den Versuch mit einigen Tropfen Wasser im Alligator zu wiederholen. Mein Rat: Lassen Sie es! Auch ein nur leichtes Verdünnen bekommt ihm überhaupt nicht, bereits in der Nase wird es unangenehm süß (Brausebonbons?), im Geschmack ist er kraftlos und die weichen, vollen Aromen sind weg. Rauchiges Zuckerwasser können Sie billiger haben. Also genießen Sie den Alligator pur – und genießen kann man ihn wirklich, er ist lecker (natürlich nur, wenn man typische Inselmalts mit viel ppm mag). Dr. Bill Lumsden von Ardbeg meinte “It’s similar to Ardbeg 10 year old, but with bells and whistles“ und das kann ich nur voll unterstreichen. Durch das kräftige Toastverfahren gewinnt der Ardbeg Alligator an Tiefe und würzigen Aromen. Für September ist ja der Start des breiten Verkaufs angekündigt, Sie sollten sich eine Flasche gönnen. Und bis dahin müssen Sie sich mit einem anderen Tropfen behelfen. Einer meiner Ardbeg-Favoriten nach wie vor ist der Uigeadail. Haben Sie den schon getrunken? Gigantisch! UPDATE: Mittlerweile ist der Alligator auch in Deutschland im Handel erhältlich, zum Beispiel hier