Wer gerne Cocktails mixt, dem wird dieser Name schon untergekommen sein. Ein Bittergetränk mit knapp 45 vol.% Alkoholgehalt. Ganz ordentlich, oder? Es ist also weniger unter den Likören einzuordnen. Trotz des hohen Alkoholgehaltes war dieses „Getränk“ während der Prohibitionszeit in den USA nicht verboten. Es ist so bitter, dass es eigentlich nicht pur getrunken wird, sondern nur zum Aromatisieren Verwendung findet. Damit werden Desserts verfeinert und Soßen abgeschmeckt, Spirituosen aromatisiert und eben auch Cocktails gemixt.

Erfunden wurde Angostura Anfang des 19. Jahrhunderts von einem deutschen Arzt, und zwar Johann Gottlieb Benjamin Siegert, der Angostura als Medizin gegen die Tropenkrankheit entwickelt hat. Der Name leitet sich von der Stadt ab, in der Siegert damals lebte, als er Angostura erfunden hat. Entgegen vieler Behauptungen enthält das Originalrezept keine Angosturarinde. Hauptbestandteile sind Enzianwurzel, Bitterorange, Gewürznelken, Kardamom, Zimt und Chinarinde.

Als Heilmittel waren die Erfolge von Angostura eher mittelmäßig bis schlecht, machte aber als Bitterlikör schnell Karriere. Besonders trockene Getränke werden mit Angostura abgerundet, die einzelnen Zutaten harmonieren viel besser miteinander, wenn ein paar Spritzer Angostura hinzugefügt werden. Angostura regt den Appetit an und bereitet den Magen auf das Essen vor, er ist damit idealer Bestandteil eines Aperitifs.

Ein besonders beliebtes Getränk ist der Champagner-Cocktail mit Angostura, da sich das Aroma des Angostura im Champagner besonders gut entfalten kann. Dazu wird einfach ein Stück Würfelzucker mit ein paar Tropfen Angostura beträufelt und mit Sekt oder Champagner aufgefüllt. Schon fertig. Oder wie wäre es mit einem Manhattan? Aus 4 cl kanadischem Whisky, 2 cl Vermouth rosso, 2 cl Vermouth dry und einem Spritzer Angostura wird ein leckerer Cocktail, der gut gekühlt am besten schmeckt. Auch alkoholfreie Getränke schmecken mit Angostura lecker, und vor allem erfrischend. Beispielsweise ein paar Tropfen Angostura mit Cola auffüllen und „on the Rocks“ genießen.