Der Himalaya ist bekannt als Dach der Welt mit imposanten Bergen wie dem Mount Everest. Bei Himalaya denkt man an Tibet, an Gletscher, an den Dalai Lama. Wer hat schon wogende Gerstenfelder vor Augen, wenn er „Punjab“ hört? Aber hier an den Hängen reift Getreide in großen Mengen heran. Zusammen mit Wasser aus dem Himalaya wird daraus in Bangalore Alkohol produziert. Dieses indische Produkt hat in den letzten Jahren einen wahren Siegeszug angetreten: Die Destillerie Amrut stellt in großem Maße Whisky her, der zum überwiegenden Teil im Land selbst getrunken, aber als Single Malt auch erfolgreich exportiert wird. Indien ließ die Briten nach dem Ende der Kolonialherrschaft 1947 gerne ziehen, doch die Kunst, Whisky zu brennen, übernahmen sie kurzerhand und produzierten bereits ein Jahr später ihr eigenes Destillat. Amrut wurde erst von ihrem Gründer ShriJ.N.Radhakrishna geführt, nach seinem Tod bis heute von dessen Sohn Shri Neelakanta Rao. Er machte aus dem indischen Unternehmen einen international tätigen und erfolgreichen Wirtschaftskonzern. Ungefähr achtzig Prozent der benötigten Gerste wird im Punjab angebaut, der Rest aus Schottland importiert. In Bangalore mit seinem tropischen Wetter und einer Höhenlage von rund 900 Metern reift der in Eichefässern gelagerte Alkohol rund dreimal schneller als in Schottland oder Irland. So entwickelt er sich in drei bis vier Jahren nicht nur in einen vorzüglichen Whisky, sondern verdunstet auch in großer Menge. Die Engel seien in Indien wohl besonders durstig, witzelt man… Beim indischen Whisky gilt, was auch beim Erstkontakt mit einem schottischem Single Malt oder einem unbekanntem Bourbon selbstverständlich ist: Einfach mal ganz vorurteilsfrei probieren. Die Bandbreite reicht von ungetorftem, komplexem Amrut Original mit leichter Süße von Honig und Toffee, aber auch etwas scharfen Noten, über den Amrut Fusion, der nach dem Motto „Ost meets West“ aus ungetorftem indischem und getorftem schottischem Malt hergestellt wird, bis hin zum Amrun Peated Indian Single Malt mit präsentem Rauch, Vanille und Fruchtaromen. Internationale Auszeichnungen und das Lob aus Whisky-Fachkreisen heimst der Amrut jedenfalls kräftig ein.