Absinthe has a wonderful color, green. A glass of absinthe is as poetical as anything in the world.Oscar Wilde

Noch immer haftet dem grünen Gewand des Absinth ein gewisser Mythos an. Der Name des zwischenzeitlich zu zweifelhaftem Ruhm gelangten Kräuterschnapses geht auf die lateinische Bezeichnung für Wermut zurück: absinthium. Während der Jahrhundertwende galt Absinth vor allem in der Pariser Künstlerszene als äußerst chic. Die Liste prominenter Liebhaber der „grünen Fee“ liest sich wie ein who is who legendärer Schriftsteller, Bildhauer und Maler. Übrigens, eine große Absinth Auswahl finden Sie natürlich auch in unserem Spirituosen Shop.

 

Verbannung der grünen Fee

Um 1915 hatte die erfolgreiche grüne Fee in den USA und einigen europäischen Staaten ausgezaubert: Absinth wurde Grüne Fee Absinthverboten, weil die Regierung um die Gesundheit der Konsumenten besorgt war. Heute weiß man dank gezielter Forschung, dass nicht das als Nervengift wirkende ätherische Öl des Wermut-Krautes – Thujon – für damals aufgetretene Fälle extremer Schädigungen, die zum Teil tödlich endeten, verantwortlich war. Vielmehr belegen moderne Studien, dass ein hoher Alkohol-Konsum und damit Alkoholmissbrauch selbst zu ebendiesen Schädigungen führte, zumal einige Absinth-Sorten nicht selten bis zu 85 Volumen-Prozent Alkohol enthielten. Da Absinth aufgrund seiner Stärke mit Wasser vermischt das Mode-Getränk seiner Zeit war, wurde außerdem aus reiner Profitgier so mancher Alkohol gestreckt (oder durch Methanol ersetzt), was neben Abhängigkeit über Schwindel, Wahnvorstellungen, Depressionen und Erblindung bis hin zum Tode führen konnte. In Deutschland war Absinth von 1923 bis 1991 verboten, bis der Mythos um den Wermut entzaubert werden konnte.

 

Absinth heute

Im 18. Jahrhundert ursprünglich als Heilelixier hergestellt, wird Absinth tatsächlich aus Wermut-Kraut, Anis, Fenchel und weiteren Kräuterauszügen hergestellt. Wermut gehört zur Familie der Beifuß-Gewächse und enthält heilende Wirkstoffe, die noch heute für Tinkturen genutzt werden. Für Absinth werden die Kräuter zunächst sorgsam in Alkohol mazeriert. Das darauf folgende Destillieren dient unter anderem dem Entzug von Bitterstoffen, denn ein hochwertiger Absinth darf nicht bitter schmecken. Seine wunderschöne Farbe erhält er normalerweise durch besonders Chlorophyllhaltige Kräuter und Pflanzenauszüge. Manchmal wird die charakteristische Färbung mit Lebensmittelfarbe unterstützt und es gibt inzwischen Sorten in den Farben blau, rot und schwarz. Der hierzulande bekannteste Absinth-Hersteller ist einer der beiden Weltmarktführer im Wein- und Spirituosenbereich: Pernod-Ricard aus Frankreich.