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Zusätzliche Färbung mit Zuckercouleur

 

Bei all diesen Faktoren, die Einfluss nehmen auf die Farbe des Lebenswassers, ist die Begeisterung von Whiskyliebhabern verständlich, die sich über die natürliche Farbe freuen, mit der ein Whisky aus dem Fass kommt. Sie ist immer wieder Anlass zu Diskussionen in Whiskyrunden und Anreiz, die Farbgebung zu begründen und anhand des Whiskylabels nachvollziehen zu können. Kein Wunder also, dass diese Fans sich über die zusätzliche Färbung (colouring) unter Verwendung von Zuckercouleur empören und den Whisky damit eines individuellen Merkmales beraubt sehen. Zur Verteidigung der Spirituosenhersteller sei aber gesagt, dass dieses Verfahren zwar aus Gründen der Umsatzsteigerung angewandt wird, sie damit aber nur dem Ruf des Verbrauchers nach schöner, einheitlicher und kräftiger Farbe nachgeben. Nach dem Verständnis eines Laien zeugt eine dunkle Farbe bei Whisky oder Cognac nun einmal für Qualität!

 

Keine Geschmacksänderung nachgewiesen

Genauso laienhaft und unberechtigt sind aber Aussagen, dass das Colouring den Geschmack des Whiskys beeinflusse und man die Süße der Zuckercouleur quasi herausschmecke. Niemandem ist es bisher gelungen, einen Unterschied herauszuschmecken. Bei spirit caramel handelt es sich nicht um den Namensvetter Karamell, eine solche Übersetzung ist schlichtweg falsch, sondern um den Farbstoff E 150. Würde man zu viel davon zusetzen, würde sich keine Süße bemerkbar machen, sondern ganz im Gegenteil ein bitterer Geschmack. Aber wenn man sich das Verhältnis ansieht, in der Zuckercouleur in Whisky gemischt wird, kann man sich eigentlich nur wundern: Beim colouring werden je nach Whiskymarke auf 150.000 Liter Whisky etwa 50 – 150 ml Zuckercouleur verwendet, eine winzige Spur reicht also zum Färben aus.

 

Was heißt schon natürliche Farbe? – Ein Gedankenanstoß

Aber ganz egal, ob Sie Ihren Whisky mit natural colour oder coloured trinken: Warum betrachten wir das Färben mit Zuckercouleur eigentlich gefühlsmäßig als „künstliches“ Färben und das Abdunkeln des Alkohols durch das Ausköhlen oder ein Rotweinfinish als natürliche Färbung? Auch diese Prozesse werden doch ganz bewusst von der Whiskyindustrie gesteuert und im Grunde genommen ebenfalls durch das Einbringen von chemischen Verbindungen bewirkt. Diese Überlegungen wären doch sicher einmal eine Diskussion bei einem guten Glas Whisky wert!

 

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