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Die kontinuierliche Destillation

Wenn die Whiskydestillation erklärt wird, geschieht das im Allgemeinen anhand der Pot-Still-Destillation. Die typischen kupfernen Brennblasen kennt man von Bildern oder Besichtigungen schottischer oder irischer Destillerien und ihre Wirkungsweise ist auch für Laien leicht nachzuvollziehen. Anders ist es mit dem Verfahren, in dem die absolute Mehrheit des Whiskys destilliert wird: dem Patent-Still-Verfahren, anschaulich auch kontinuierliche Destillation genannt. Nur durch dieses von Aeneas Coffey ausgetüftelte, kostengünstigere und schnellere Verfahren ist es heute möglich, die riesige Nachfrage nach amerikanischen Whiskeys und schottischen Blended Whiskys zu erfüllen.

 

Mehr Whiskyfabrik als historisches Kleinod

Schon das Äußere kann mit dem historischen und malerischen Anblick der Kupferkessel nicht mithalten: Große Edelstahlsäulen, oft mehrere Stockwerke hoch, können den nüchternen Fabrikcharakter nicht leugnen Eine Anlage besteht aus zwei (oder bei größeren Anlagen auch mehr) Säulen (columns), in denen fortlaufend produziert wird. Eine portionsweise Befüllung wie beim Pot-Still-Verfahren entfällt also. Während in Europa der im Patent-Still-Verfahren entstehende Grain Whisky fast ausschließlich zur Produktion von Blended Whisky verwendet wird und Single Malt im Pot-Still-Verfahren destilliert wird, gibt es in Amerika nur wenige pot stills und man nutzt für fast alle Whiskys ein kontinuierliches Verfahren. Dem in Europa üblichen und im Folgenden erläuterten Patent-Still-Verfahren steht in Amerika das ähnliche Beer Still Verfahren gegenüber mit einem sogenannten doubler als Retifikator.

 

Wasserdampf und Alkohol im Inneren

Die für das Patent-Still-Verfahren verwendete vergorene Würze wird zum größten Teil aus ungemälztem Getreide hergestellt. Das Erzeugnis nennt sich Grain Whisky.

In die erste Säule, den Analysator (analyser), wird der wash (schottisch und irisch) oder das beer (amerikanisch) von oben eingefüllt und läuft durch gelochte Zwischenböden aus Kupfer nach unten. Dabei trifft die Flüssigkeit auf aufsteigenden Wasserdampf, der am Boden der Säule erzeugt wird. Der Dampf entzieht ihr flüchtige Stoffe die er mit nach oben reißt. In jeder Etage, die das wash weiter nach unten fließt, trifft es auf neuen, nachrückenden Dampf und wird praktisch mehrmals aufgekocht. Das Gemisch aus Alkohol- und Wasserdampf, das am oberen Ende des Analystors ankommt, wird an das untere Ende der zweiten Säule, Rektifikator (rectifier) genannt, geleitet und werden hier getrennt. Beim Aufsteigen des Ethanols mit den enthaltenen Aromastoffen werden Vor-, Mittel- und Nachlauf getrennt. Der „gute“ Alkohol des Mittellaufs wird im oberen Drittel der Säule abgefangen, kondensiert und wird durch ein Rohr in den spirit receiver abgeleitet, Vor- und Nachlauf werden mit dem nächsten wash zum Durchlauf in den Analysator geschickt. Übrigens wird der Rektifikator auch dazu genutzt, den wash, der in den Analysator eingeleitet wird, zuvor zu erhitzen, indem er in Rohren durch die heißen Dämpfe dort geführt wird.

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