0,00 €

Artikel

ekomi logo
 

Absinth richtig genießen

Um die Besonderheit von Absinth heraus zu streichen, haben sich unter Liebhabern in verschiedenen Ländern einige Trinkrituale entwickelt. Absinth kann pur und mit Wasser verdünnt genossen werden, doch aufgrund des meist bitteren Geschmacks wird vielfach das Süßen des Getränks als Notwenigkeit angesehen. In diesem Zusammenhang wird ein spezieller Absinthlöffel, es handelt sich dabei um einen Löffel mit einem oder mehreren Löchern, mit Zucker in den Absinth getaucht. Nach dem Eintauchen des Löffels wird der getränkte Zucker entzündet, dadurch wird Alkohol verbannt und der Zucker entwickelt sich zu einer zähen Zuckerlösung. Diese wird in den Absinth getropft und anschließend verrührt. Das Verhältnis von Absinth und Wasser sollte dabei entweder ein zu zwei oder eins zu fünf betragen. Das Verhältnis ist abhängig vom Alkoholgehalt des Absinths.

Im Rahmen der Trinkrituale handelt es sich um Regeln, welche mehr oder weniger genau definieren, wie Absinth am besten zu genießen ist. In verschiedenen Ländern entwickelten sich nach und nach nationale Rituale, die auch zu steigendem Nationalstolz beitrugen. Doch ehe auf diese näher eingegangen wird, sie auf das klassische, international meistverbreitete Ritual verweisen. Hierzu werden ein entsprechendes Absinthglas und ein Absinthlöffel benötigt. Zunächst werden etwa zwei cl Absinth in das Absinthglas gegeben. Anschließend wird auf das Glas der Löffel mit einem bis zwei Stück Zucker gelegt. Danach wird der Zucker sehr langsam, meist tropfenweise mit kaltem Wasser übergossen. Nachdem sich der Zucker aufgelöst hat, wird neuerlich Wasser darüber gegossen. In weiterer Folge  wird der Absinth mit Waser je nach Geschmack verdünnt. Es ist hierbei vom Anisgehalt des Absinths abhängig, ob sich dieser milchig trüb verfärbt oder nicht. Zum Teil kann beobachtet werden, dass  Zucker mit Absinth übergossen und anschließend angezündet wird. Nicht selten brennt auch der Absinth im Glas. Das kann durchaus als neues Ritual bezeichnet werden, hat aber nichts mit dem traditionellen Trinkritual gemein.Absinth Löffel

Verschiedene Absinthlöffel

Das geeignete Absinthglas

Das am besten geeignete Absinthglas besteht aus zwei separaten Teilen, dem normalen Glas und dem zusätzlichen Brouilleaufsatz. Zuerst wird das Glas mit Absinth gefüllt, danach wird der Aufsatz auf das Glas gesetzt. Wasser wird nun in den Aufsatz gegossen, durch ein kleines Loch in der Mitte fließt dieses in einem kleinen Strahl in den Absinth. Der Wasserstrahl verwirbelt den Absinth und sorgt für ein einzigartiges Spiel der Elemente, dessen Ergebnis ein langsamer, sich in Schlieren vollziehender Louche ist. Der Effekt eines Brouille oder Brouilleur liegt darin, eine gleichmäßige Vermischung des Absinths und eine ausgewogene Entfaltung der Aromen zu erreichen. Der Aufsatz kann auch für viele weitere im Handle angebotene Absinthgläser verwendet werden, wobei jedoch zu beachten ist, dass zu dünnwandige Gläser durch das Erhitzen sehr rasch zerbrechen. Nun sei auf die sich in einigen Ländern entwickelten Trinkrituale eingegangen.

Das Schweizer Ritual

In der Schweiz hat sich im Laufe der Zeit ein Ritual entwickelt, wonach zwei bis vier cl Absinth in ein Glas gegeben und dieses sehr langsam mit eisgekühltem Wasser aufgefüllt wird. Beim Genuss von nach klassischer Art produzierten Absinth kann der der bereits beschriebene Louche-Effekt beobachtet werden. Bei Absinth ohne Anis tritt dieser Effekt nicht in Erscheinung. Anschließende muss nur noch umgerührt und das seit März 2005 in diesem Land „legalisierte“ Getränk genossen werden. Dieses Ritual war nicht so weit verbreitet, da es im Vergleich zu anderen Ritualen relativ einfach durchzuführen ist und nach Meinung von Liebhabern nicht dem Wert des Getränks gerecht wurde, doch aktuell gewinnt diese traditionelle Form des Konsums im Land vermehrt Anhänger und genießt unter diesen einen besonders hohen Stellenwert.

Das französische Ritual

Das sich in Frankreich entwickelte Genussritual gilt als das beliebteste und älteste und wird nicht nur in Frankreich ausgeübt. Nach dieser Methode wird das Glas ebenfalls mit zwei bis vier cl Absith gefüllt und der Löffel über das Glas gelegt. Das Hinzufügen von Wasser geschah in der Blütezeit  des Absinth in Frankreich nicht tropfenweise, sondern über eine so genannte Absinthfontaine, welche langsam das Wasser darüber laufen ließ, bis sich der Zucker, meist ein oder zwei Würfel, auflöste. Auch heute im Handel erhältliche Absinthfontainen bestehen aus einem auf einer Säule ruhenden Wasserbehälter, an welchem mehrere kleine Wasserhähne befestigt sind. Der Absinth bekommt danach die gewünschte Eintrübung. Dieses Ritual findet auch aktuell mehr und mehr Anhänger.

Das tschechische Ritual

Das sich Absinth in Tschechien seit Beginn der 1990er Jahre wieder steigender Beliebtheit erfreut, hat sich auch in diesem jungen europäischen Land ein eigenes Genussritual entwickelt. In Tschechien wird vor allem Absinth mit geringerem anisgehalt geschätzt, als es in der Schweiz und Frankreich der Fall ist. Die Rezeptur von im Land hergestelltem Absinth entspricht jener des schweizer Absinths. Im Rahmen dieses Rituals werden etwa zwei cl Absinth in ein Glas gegeben. Auf einen Teelöffel wird  Kristallzucker gegeben und dieser in der Weise in den Absinth getaucht, dass der Zucker auf dem Löffel bleibt und sich mit Absinth vollsaugt. Anschließend wird der Zucker angezündet, welcher in der Folge karamellisiert. Dabei ist zu beachten, dass der Absinth im Glas nicht zu brennen beginnt Nachdem die Flamme erloschen ist, sollte der Zucker im Absinth verrührt und dieser zusätzlich mit eiskaltem Wasser verdünnt werden. Die Menge des zugegebenen Wassers bleibt den geschmacklichen-Vorlieben der am Ritual teilnehmenden Personen überlassen. Das in Tschechien beliebte Ritual findet neuerdings auch in Deutschland zahlreiche Anhänger.

Das böhmische Ritual

Im Rahmen dieser Methode wird Absinth in einer kleinen Glaspfeife konsumiert. Dabei wird die Absintpfeife mit gestoßenem Eis gefüllt und ein Drittel des Pfeifenkörpers mit Absinth aufgefüllt. Anschließend sollte ein kleiner silberner Zuckerlöffel mit braunem  Zuckerleicht gehäuft mit Absinth getränkt werden und der Löffel über eine Kerzenflamme gehalten werden. Der Absinth beginnt nach kurzer Zeit zu brennen, der Zucker dehnt sich aus und tropft in die Absinthpfeife. Eine Untertasse zur Vermeidung von Bränden kann sich hierbei als nützlich erweisen. Der Zucker wird, sobald er Bläschen wirft, in das Eis- und Absinthgemisch eingerührt. Als beliebte Variante kann zuvor loser Zucker in einen kleinen transparenten Plastikbeutel gegeben und dieser verklebt werden. Vor dem Trinkritual wird der Beutel bei Tisch mit einem Stilett geöffnet. Diese Variante kann im kleinen Freundeskreis auf das Erlebnis des Genusses einstimmen. Auch in der Eventgastronomie wird dieses Ritual angeboten.

Das Trinkritual mit der Brouille

Bei diesem Ritual handelt es sich um eine in der Vergangenheit weit verbreitete Form des Absinthgenusses, welche auch aktuell wieder mehr und mehr Freunde findet. Die Beiebtheit dieses Rituals gründet sich auf die problemlose Durchführung und das perfekte Ergebnis. Unter einer so genannten Brouille ist ein kleiner Aufsatz für das Absinthglas zu verstehen, in welchen Eiswasser gefüllt wird. Aus diesem Aufsatz rinnt ein dünner Strahl des Wassers in den Absinth, welcher im Anschluß die klassische Trübung erfährt.

Das Ritual mit dem Brouilleur

Der Begriff Brouilleur bezeichnet ebenfalls einen Aufsatz für das Absinthglas, welcher mit Zucker und Wasser gefüllt wird. Anschließend fließt das Wasser durch eine Öffnung langsam in eine Wippe. Von hier aus tropft dann das Wasser mit einem leisen Geräusch in den Absinth. Dieses Ritual wird von Liebhabern und Kennern als  faszinierend angesehen. Es wurde speziell für die Absinthmarke Cusenier entwickelt, welche im Jahre 1936 in Paris erstmals vorgestellt wurde.

Das Ritual mit einem Cordon- und Reservoir-Glas

Hierbei handelt es sich um nach klassischen Vorlagen mundgeblasene Gläser, welche mit 3 cl Absinth gefüllt werden. Um dem Stil der damaligen Zeit zu entsprechen sollten große rechteckige französische Zuckerstücke oberhalb des Absinthreservoirs platziert werden. Anschließend wird Wasser hinzugefügt, wodurch sich aufgrund der besonderen Form des Glases eine optisch höchst ansehnliche Verwirbeln bildet, welche in einer gleichmäßigen Trübung des Absinth mündet.

Absinthgenuss nach dem Tabu-Ritual

Zu guter Letzt sei noch das so genannte „Tabu-Ritual" erwähnt. Es handelt sich hierbei um eine internationale, in der Rockszene bekannte und beliebte Möglichkeit, Absinth zu genießen. Leicht variiert wird es auch im Rotlichtmillieu gerne ausgeübt. Hierbei wird eine Absinth Bonque zu einem mit gestoßenem Eis gefüllt und bis zu einem Drittel mit Absinth gefüllt. Bei der Absinthbonge handelt es sich um ein traditionelles Tschechisches Utensil, welches auf eine lange Tradition zurückblickt. Einer Wasserpfeife ähnlich, wird der eingefüllte Absinth mit Eis über den gläsernen Trinkkanal angesogen.

Jetzt Newsletter bestellen und 5€-Gutschein erhalten!
Ihren Gutschein erhalten Sie sofort im Anschluss.