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Wie kam es zum Verbot von Absinth?

Seit 1872 war Absinth zwar weit verbreitet, doch der Preis stieg durch zusätzliche Steuern an.  1895 wurde angeordnet, dass zu herkömmlichen Steuern für Spirituosen in der Höhe von 40 Francs für Absinth zusätzlich 70 Francs an Steuern zu entrichten seien. Bis 1900 gelangten mehr als 1000 verschiedene Sorten von Absinth vor allem von angesehen Destillerien in den Handel. Einige Produzenten entschlossen sich zu kostengünstigeren Produktionsmethoden und verwendeten den für Menschen giftigen Methylalkohol. Die aus diesem Grund gefährlichen Absinthsorten wurde von Gegnern zum Anlass genommen, um über Aktionen gegen Absinth nachzudenken.

Doch vorerst wurde Absinth nicht nur von Männern, sondern auch von Frauen geschätzt. Vor allem Studentinnen und Arbeiterinnen genossen ihn gemeinsam abends. Dazu ist aus historischen Schriften eine Bemerkung des Schriftstellers Henri Balesta aus dem Jahr 1860 überliefert: „Im Quartier Latin trinken diese Damen ohne jegliche Angst und Scham alles was sie trinken können. Auf den Straßen und Brücken der Stadt findet man die Absintheuse genauso häufig wie den Absintheur und ich versichere Ihnen, dass eine Absintheuse dem Absintheur in nichts nachsteht.“ So wurden die Liebhaber von Absinth bezeichnet.

Aufgrund dieses Treibens war Absinth vielen französischen Bürgern verhasst. Moralisten, Antialkoholiker, Politiker und konkurrierende Alkohol- bzw. Weinproduzenten schlossen sich in Organisation zusammen und erklärten Absinth, die „grüne Göttin“, zu ihrem Feindbild. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war zwar die Popularität von Absinth am Höhepunkt angelangt, aber auch die Zahl seiner Feinde. Absinth wurde von ihnen für den vermeintlich herrschenden Alkoholismus verantwortlich gemacht und der Niedergang der Gesellschaft heraufbeschworen, sollte dem Treiben nicht Einhalt geboten werden. Namentlich wurde Absinth für  Verbrechen, ungezügelte Gewalt, Wahnsinn, Tuberkulose, sowie sinkende Geburtenraten verantwortlich gemacht. Vor allem Weinproduzenten hefteten den Kampf gegen Absinth auf ihre Fahnen. Sie betrachteten Absinth als Konkurrenten. Nicht nur aufgrund seiner Popularität, sondern vor allem aufgrund der Tatsache, dass Absinth preiswerter als Wein in den Lokalen angeboten wurde, sahen sie sich in ihrer Existenz gefährdet. Zudem wurden die Produzenten von einer Rebenkrankheit heimgesucht, wodurch viele Weingärten neu bepflanzt werden mussten.  Die Rebenkrankheit dezimierte nicht nur finanzielle Rücklagen, sondern führte zu einem Mangel an Weinen und einen Anstieg an Preisen. So wurde eine groß angelegte Aktion gegen Absinth gestartet.

Hinzu kam, dass im Jahre 1905 der Landwirt Jean Lanfray im Absinth-Rausch, seine Frau und seine vierjährige Tochter ermordete. Daraufhin wurde Absinth 1905 in Belgien Brasilien, 1908 in der Schweiz und den Niederlanden, 1912 in den USA und Kanada, 1913 in Italien, 1914 in Frankreich  und 1923 in Deutschland offiziell der Kampf angesagt.  Am 16. März 1915 wurde schließlich in Frankreich  ein Verbot der Produktion, des Groß-und Einzelhandels und vor allem den Konsum von Absinth und ähnlichen Spirituosen betreffend verabschiedet.

Immer wieder in der EU eingereichte Klagen gegen das Absinthverbot waren schlussendlich  von Erfolg gekrönt, da sowohl in Spanien und in Portugal nie ein Verbot zur Herstellung und  Vertrieb von Absinth ausgesprochen wurden. So hob etwa Belgien das Verbot auf, ohne durch Klagen dazu gezwungen worden zu sein. In Deutschland wurde 1981 das Verbot aufgrund bestehender Regelungen  insoweit gelockert, dass ein Thujongehalt von bis zu 10 mg pro Liter gestattet wurde. Am 29. Januar 1998 wurden die gesetzlichen Bestimmungen an das EU-Recht angeglichen. Seit dieser Zeit ist in Deutschland wie auch in vielen anderen Staaten der EU und in der Schweiz Absinth mit einem Thujonanteil gestattet, welcher je nach Alkoholgehalt bis zu 10 mg pro Kilogramm betragen darf. In den USA wurde das Verbot 2007 unter Auflagen aufgehoben.

Nun soll, da der Begriff Thujon bereits genannte wurde, auf die Bestandeile bzw. Wirkstoffe von Wermutkraut und  schließlich von Absinth näher eingegangen werden.

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